Ev.-luth. Kirchengemeinde
Hahausen-Nauen im Neiletal

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St. Romanus Gemeindehaus
Triftweg 8a, 38229 Hahausen
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Der Neilebote
Mitteilungsblatt
der ev.-luth. Kirchengemeinden
St. Georg zu Lutter am Barenberge
und Hahausen - Nauen im Neiletal

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
Wenn Menschen sich lieben und gemeinsam durchs Leben gehen wollen, stellen sich bald Fragen wie diese:
Wie soll unser gemeinsames Leben aussehen? Welche Richtung wollen wir einschlagen? Wo soll es für uns zusammen hingehen?

Im alttestamentlichen Buch Rut findet sich eine Bibelstelle, die sich Ehepaare gerne zur Trauung aussuchen. Im ersten Kapitel lesen wir: „Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, dort bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein.“

Natürlich ist der Kontext der Bibelstelle zu beachten: Rut spricht diese Worte nicht zu ihrem geliebten Ehemann, sondern zu ihrer Schwiegermutter und zu ihrer Schwägerin. Und es geht vordergründig gar nicht um Liebe, sondern um Gottvertrauen, um Treue und Zuverlässigkeit in einer freundschaftlichen Beziehung.

Und doch sind diese Worte Ruts auch für die partnerschaftliche Liebe bezeichnend: Denn wo Menschen miteinander einen Lebensweg wagen, wo Menschen miteinander das Leben teilen, dort ist die Liebe gegenwärtig.
 Eine Liebe, die verbindet und zusammenschweißt, eine Liebe, die das Leben hindurch tragen und bis zum Ende standhaft sein soll. Eine Liebe, die allen Anfechtungen standhält und die im Erleben des gemeinsamen Alltags nicht kleiner wird, sondern wächst und gedeiht. In den Worten Ruts klingt diese Liebe durch. Denn Liebe ist letztendlich nie etwas anderes als die Zusage an einen Menschen: Ich will bei dir bleiben, ich will meinen Lebensweg bis zum Ende mit dir teilen.

Jedes Jahr am 14. Februar feiern wir die Liebe: Es ist der Tag des heiligen Valentin von Terni, der Valentinstag. Er erinnert Jahr um Jahr an die Liebe. Und er lädt dazu ein, die Liebe im eigenen Leben zu würdigen: nicht nur die partnerschaftliche Liebe, sondern auch die vielen Beziehungen, die man zu Freunden oder Bekannten pflegt.

Der Valentinstag erinnert aber auch an die Menschen, die sich nach Liebe sehnen und deren Liebeswunsch bisher unerfüllt geblieben ist. Und er lässt hoffentlich viele daran denken, dass es gerade in der heutigen Gesellschaft immer mehr Liebe braucht, eine neue Solidarität, die die Würde jedes einzelnen Mitmenschen anerkennt und fördert. So geht der Valentinstag nicht nur die Liebespaare an, sondern letztlich jede und jeden Einzelnen in der Gesellschaft.

Pfarrer Sebastian Schmidt